Autor: Jasmin Kari

Madonna Carrara Verkleinerung

Stein – Ein Porträt

Aschau. Es ist grün hier, saftige Wiesen, im Hintergrund die bayerischen Alpen und blauer Himmel. Mir kommt Staub und Kies und Ödnis in den Sinn, meine Vorstellung von einem Steinbruch, die ich heute Morgen noch hatte – welch ein Klischee. Eine steinerne Madonna säumt den Weg zur Terrasse, die einen Einblick in ein helles Wohnzimmer gewährt, gesäumt von einer meterhohen Bücherwand. Ein weiß schimmernder Kopf (eine marmorne 1:1-Nachbildung von Donatellos „Niccolò da Uzzano„) thront auf einem schlichten Holzsockel im Inneren des Raumes. Draußen blicken Steinporträts über die Felder. Für einen Moment bin ich berauscht von der Atmosphäre. Alles wirkt lebendig und warm. Warum verbindet man mit Stein statische Kälte, Unbeweglichkeit und die Farbe Grau? Mit einem Bildhauer einen grobschlächtigen großen Mann mit dicken schwieligen Händen? Meine eigene Fehleinschätzung überrascht mich, als Herr Söllner mich auf seiner Terrasse begrüßt. Wir setzen uns an einen großen Tisch, der Künstler zündet eine Zigarette an und lehnt sich entspannt zurück. Während des Gesprächs zieht er mehrmals die Beine hoch und setzt sich im Schneidersitz hin. Ein absolut lockerer Typ. …

Heute

wach sein. einschlafen nur unter vorbehalt. lieber leben und es feiern. auf dass ich nach getaner arbeit die füße hoch in den himmel lege.